Linz Marathon 2015
Wonn’s laft dann …
Für Sonntag, den 19. April 2015 wurden die
Österreichischen Meisterschaften im Marathon im Rahmen des Linz Marathons
ausgeschrieben. Für den HSVK Marathon stand bei der
Saisoneröffnung/Jahreshauptversammlung am 5. Feber 2015 fest, dass zumindest
eine Mannschaft starten sollte. Die Wochen verflogen, Hermann erledigte die
Anmeldungen vorbildlich (riesengroßes Danke) und schon war der Tag der Anreise
da. Am Samstag, dem 18. April trafen sich Gerhard H.-Str., Wolfi Str. und Michi H. am obligaten Parkplatz
in Margeregg, um sich von Michi B. nach Linz chauffieren zu lassen. Das
aktuelle Wetter in Kärnten ließ keine gute Stimmung aufkommen. Wind und Wolken
waren auch ständige Begleiter während der Fahrt. Zwischendurch sorgten auch zum
Teil stärkere Regenschauer dafür, dass sich kein Staub auf der
Windschutzscheibe festsetzen konnte. Bei der Fahrt über die Triebener Tauern
wurde dann gerätselt, ob es sich bei den größeren weißen Flecken auf den
umliegenden Wiesen um Kunstschnee handeln könnte. Scheinbar lauschte Petrus den
hochgeistigen Gesprächen und klärte das Rätsel kurzerhand so auf, indem er es
kräftig schneien ließ. Nachdem wir jedoch schon mit Sommerreifen unterwegs
waren, stieg die Unsicherheit im Fahrzeug leicht an. Ein Mountainbiker im
kurzen Dress, der sich im Schneegestöber den Berg hochschraubte, sorgte für
Ablenkung. In Trieben stiegen die Temperaturen wieder in den unteren
Plusbereich und der Schneefall hörte auf. Hardti durfte über die Pinkelpausen
bestimmen und erließ daher auch gleich den Befehl zum Essen fassen. Wir hielten
an einer Raststation bei Klaus und ließen das Auto unter zum Teil blauem Himmel
am Parkplatz zurück. Als wir mit gefüllten Bäuchen weiter fahren wollten, war
der Himmel plötzlich schwarz und der Wind blies uns die dicken Regentropfen
waagrecht entgegen. Wieder auf

der Autobahn zeigte das Thermometer
erschreckender Weise Minusgrade an und der Regen verwandelte sich in dicke
Schneeflocken. Oje, oje… vielleicht sollten wir doch besser umdrehen… Doch nach der Tunnelkette zeigte sich auf
einmal wieder der blaue Himmel und es wurde auch ein bisschen wärmer. In Linz
angekommen, war dann von Schnee und Regen nichts mehr zu bemerken. Allerdings
war es für zwei Uhr am Nachmittag um gute 10° C zu kalt. Michi B. umschiffte
profimäßig einen im Radio durchgegebenen Stau. Im Nu standen wir vor der
Tips-Arena und so schnell konnte der Einweiser gar nicht schauen, wie unser
Auto in der Einfahrt zum Parkplatz stand. Die Ausgabe der Startunterlagen war
sehr gut organisiert und schneller als gedacht waren wir im Besitz unserer
Unterlagen. Wir drehten zwei Runden durch die Sportartikelmesse, fassten
Stirnbänder aus, bewunderten Rennräder, die scheinbar geheime Goldvorräte im
Rahmen beherbergten (ansonsten ließe sich der utopische Preis nicht erklären)
und verkosteten Sportgetränke mit und ohne Geschmack. Hardti erspähte einen
Stand mit der Bezeichnung „EDELWEISS-HÜTTE“, der gratis alkoholfreies
Elektrolytgetränk mit Schaum ausgab. Nachdem wir alles gesehen hatten und Michi B. eines seiner zusätzlichen Geschäfte
erledigt hatte, fuhren wir in die Garnisonsstraße zur Unterkunft, wobei die
Ehrenrunde durch den Busbahnhof auch erwähnt werden muss. Die Wache ließ uns
hinein und übergab den Schlüssel. Schon waren wir im zugewiesenen

Gebäude. Der
Geruch von unbewohnten Räumen schlug uns entgegen. Wolfi St. und meine
Wenigkeit schätzten uns sehr glücklich, dass wir uns in Begleitung von zwei
Orientierungslauf-Profis befanden. So erkundeten wir zunächst den ersten Stock
des leeren (im wahrsten Sinne des Wortes) Kompaniegebäudes und fanden
schließlich im Erdgeschoß ein Zimmer mit zwölf Betten. Somit hatte jeder von
uns ein Doppelbett für sich, wobei alle die „gedient“ haben, wissen, dass die
Doppelbetten in den Soldatenunterkünften nicht nebeneinander sondern
übereinander stehen. Aber wir waren ja nicht zur Erholung in Linz. Trotz
intensiver Lüftungsversuche gelang es Michi B. bis zur Abreise nicht den
scharfen Geruch aus dem WC zu bekommen. Nachdem bis zum Abendessen noch etwas
Zeit war und wir den Bettenbau ruckzuck erledigt hatten, beschlossen wir ein in
der Nähe gelegenes Cafe aufzusuchen und eine Pizzeria zu erkunden. Michi B.
hatte noch einen technischen Einsatz und beschrieb uns, die wir im Umgang mit
Navi-Apps udgl. total unbelastet sind, noch schnell den Weg zu den Lokalitäten.
Unser einziges Erfolgserlebnis in diesem Zusammenhang war, das rasche Aufspüren
der Bäckerei „Haubi’s“, somit war das Frühstück für den Wettkampftag gesichert.
Wir entdeckten zwar eine Pizzahütte, konnten uns jedoch nicht vorstellen, dass
Michi B. diese gemeint hatte, da wir uns an den Namen nicht mehr erinnern
konnten. War aber eh‘ egal, weil sie, wie die meisten Lokale an denen wir
vorbei gingen, am Samstag geschlossen hatte.


Nach einer Stunde spazieren gehen,
hatten wir die Wahl zwischen Nachtclub und Wettcafe‘. Keine Frage, dass bei
Sportlern die Wettbude das Rennen machte. Bei Elektrolytgetränken wurde auch
die WhatsApp Gruppe mit Neuigkeiten versorgt, selbstverständlich nahmen wir uns
die, wie immer höchst seriösen Tipps der Vereinskollegen zu Herzen. Dank des
guten Akkus beim Handy schaffte es Michi B. auch das Wettcafe‘ zu finden.
Souverän lotste er uns danach zum Cineplex Kino, das sogar zwei Lokale
beherbergte. Die dort ansässige Pizzeria kann wärmstens weiterempfohlen werden.
Der einzige Wermuthstropfen erwischte Hardti in der Form, dass die Weizenbiere in
Zwergengläsern serviert werden. Über die Nacht kann ich nichts Gutes berichten.
Von Durchschlafen keine Spur. Verwöhnt halt! Bett zu kurz und zu hart. Zu
trockenes Raumklima. Obwohl die Pizza nicht zu sehr gewürzt war und sich der
Bierkonsum in Grenzen hielt, musste eine Mineralwasserflasche über Nacht
herhalten. Um dreiviertel sieben Tagwache. Wetter optimal. Nur im Schatten ein
bissl zu frisch. Aber noch war‘s ja nicht soweit. Nachdem die Sackerln gestopft, die
Morgentoilette und die ersten Topferlbesuche erledigt waren, brachen wir zum
Frühstück auf. Zuvor musste aber die Wache geweckt werden, die friedlich im
Wachlokal (wie in einem Schaufenster) schlummerte. (Auch kein Honiglecken so
ein 24 h Dienst in einer „Geisterkaserne“). Service und Verpflegung bei Haubi’s
top. Die ‚Großen‘ haben gefuttert wie die Firmlinge. Für mich hat das
Kinderfrühstück ganz genau gepasst. Stimmung und Motivation um etliches besser
als gestern. Noch einmal schnell Lulu und dann auf zur Kleiderabgabe ins
Bruckner Haus. Die Sonne wärmt bereits richtig fein. Kaum 20 Minuten unterwegs
ruft schon wieder das Topferl. Was soll’s! Michi B. hat nicht einmal dort seine
Ruhe! Aber das kommt davon, wenn man es eilig hat und das Behinderten WC
„besetzt“. Noch schnell ein Foto und raus aus den warmen Sachen. Wieder zeigt
sich die gute Organisation. Keine Wartezeit bei der Kleiderabgabe.Wir gehen am
Radweg entlang der Donau zur Voestbrücke in den Startbereich. Es ist zwar
sonnig aber hier spürt man auch

den leichten Wind. Zur Ablenkung wird die
Renntaktik besprochen. Bis auf Wolfi nehmen wir uns einheitlich 5 Minuten als
Kilometerzeit vor. Im Startbereich sehen wir auch Andrea Mayr, die amtierende
Welt- und Europameisterin im Berglauf. Sie will den österreichischen Rekord im
Halbmarathon verbessern. Zwei Minuten vor dem Startschuss entscheidet sich
Hardti kurzfristig die Lücke nach vorne zur Elite zu schließen. Natürlich
lassen wir uns nicht schon vor der Startlinie abhängen und folgen ihm
auffällig. Schon erfolgt der Start und die Kollegen sind weg. Na wenn das 5
Minutensplitts sind, kann ich mir heute gratulieren. Ich lasse mich von einer
Gruppe Italiener, die vom Gefühl her schleichen, ziehen und liege goldrichtig.
5 Minuten 37 für den ersten Kilometer. Ein bissl schneller darf es aber schon
sein. Die nächsten vier Kilometer laufe ich neben zwei Pumuckeln und einen
Marthoni im Zebraanzug. Zehn Meter vor uns der 3:30ger Pacemaker. Die Stimmung
entlang der Strecke ist spitzenmäßig und mit Wien vergleichbar. Die Linzer
können wirklich stolz auf sich sein. Beim Halbmarathon liege ich mit knapp
unter 1:45 h sehr gut im Zeitplan. Die Kilometer zwanzig und zweiundvierzig
verlaufen von der Streckenführung ident. Die Pflastersteine auf diesem
Abschnitt machen mir vom Kopf her schon vor dem Halbmarathon sehr zu schaffen. (Und es bestätigt sich! Der letzte Kilometer
tut trotz der vielen Zuschauer entlang des Zieleinlaufes weh.) Ab km 23 löse
ich mich vom Tempomacher und verschärfe leicht.
Vor der Wende kommt mir als erster Wolfi gefolgt von Michi und Harti
entgegen. Erfreut stelle fest, dass sie sich im Bereich von 3:15 h bewegen. Nach
und nach beginne auch ich Läufer zu überholen. Das gibt mir natürlich
zusätzliche Kraft. Bei km 32 kommt von hinten ein Marathoni und ich gehe sein
Tempo mit. Wir laufen die nächsten 5 km zwischen 4: 40 min und 4:50 min. Dann
muss ich ein wenig runter vom Gas. Er fragt noch einmal kurz nach, aber ich
schicke ihn weiter. Er lief aber scheinbar auch schon am Limit, denn mehr als
dreißig Meter wird sein Vorsprung im Ziel nicht betragen. Die letzten vier
Kilometer beginnen weh zu tun, trotzdem schaffe ich den 5 Minutenschnitt bis km
40 zu halten. Wann kommt das Pflaster. Ich übersehe die 41er Markierung und schon geht’s los. Jeder Schritt
schmerzt zusätzlich aufgrund des unebenen Bodens. Nur noch ein Kilometer, der
Sprecher und die Musik werden immer lauter. Die Zuschauerspaliere werden wieder
dichter. Sie feuern uns mit unseren Namen an. (wirklich eine ausgezeichnete
Idee der Veranstalter, die Vornamen auf die Startnummern zu drucken!) Schon
kann ich den Zielbogen sehen, die Uhr zeigt gerade 3 Std. 27 min. Die Sekunden laufen unaufhaltsam weiter.
Obwohl ich mir bewusst bin, dass ich es brutto unter 3:28 nicht mehr schaffe, muss
ich grinsen und bin total glücklich. Hochzufrieden lasse ich mir die Medaille
umhängen, gratuliere einigen Läufern und greife mir einen Plastikumhang und ein
Getränk. Dann gehe ich weiter. Bei der Ziellabestation sehe ich als ersten
Wolfi, dann kommt auch schon Michi. Aber wo ist Hardti? Alle strahlen und sind
mit der Leistung hochzufrieden. Wolfi St. schraubt mit 3 Std. 13 min. 5 sec.
seine Bestzeit kontinuierlich in Richtung von drei Stunden. Michi B. muss

sich
mit 3 Std. 10 min 56 sec. auch nicht verstecken. Nachdem die erste Runde Kaiser alkoholfrei
vernichtet ist, entdecken wir auch Hardti auf einer Bank in der Sonne. Unser
Seki hat mit 3 Std. 18 min. 34 sec. ein kräftiges Lebenszeichen von sich
gegeben. Selbstverständlich bin ich mit meinen 3 Std. 27 min. 49 sec. mehr als
positiv überrascht. Da wir schon bei den tollen Leistungen sind, muss natürlich
erwähnt werden, dass es Andrea Mayr auch geschafft hat, mit 1 Std. 12 min. 34
einen neuen österreichischen Rekord aufzustellen. Wir leeren noch den einen und
anderen Becher und beschließen dann schweren Herzens den gemütlichen Platz zu
verlassen. Zu erwähnen ist die Freizügigkeit der freiwilligen Helfer. Ohne
Motzen geben sie uns gleich mehrere Getränkeflaschen mit. Auffällig aber auch
der Mohnkonsum von Michi B. Werde bei Gelegenheit einen Selbsttest in Bezug auf
mögliche Leistungssteigerung durchführen. Gleich darauf sind wir auch schon
wieder im Bruckner Haus und halten die Kleidersäcke in Händen. Eine freundliche
Läuferin schießt das überfällige Zielfoto und versucht uns zu einer Teilnahme
am Paris Marathon zu überreden. Nach ausgiebiger Körperpflege wird auch schon
das Internet durchsucht und mit Freude stellen wir fest, das Hardti den 3.
Platz bei den ÖM in der M55 geschafft hat. Außerdem wurde eine offene Rechnung
beglichen. Die Mannschaft des HSVK Marathon hat zwar keinen Titel errungen,
aber was noch wichtiger ist, auch andere Mannschaften, außer denen mit den komischen
Vornamen hinter sich gelassen. Nach dem Räumen der Unterkunft sitzen wir auch
schon wieder beim Italiener. Ich bekomme eine Peperoncino mit scharfer Salami ohne
Pfefferoni, will aufmotzen und werde von unserem Italiener Don Hardti freundlich
aufgeklärt, dass eh‘ alles passt. Mit vollen Bäuchen und rundum zufrieden
sitzen wir um dreiviertel fünf im Auto. Michi B. programmiert das Navi, das
dann eh‘ nichts zu bestimmen hat, dreht noch schnell eine Ehrenrunde ums
Cineplex, um dann den kürzesten Weg nach Klagenfurt zu nehmen. Auf der
Heimfahrt bestimmt Hardti wieder die Stopps, Michi B. versenkt bei der
Mautstation keine Münze unter dem Auto und somit sind wir um dreiviertel Acht
am Parkplatz in Margeregg. Zusammenfassend war es ein ausgesprochen schönes
Wochenende. Der Bewerb ist sowieso zu empfehlen und mit den Kollegen passt es
eh‘ immer. Ein großer Dank an Hermann für die Organisation der Anmeldung, ein
Danke an Michi B. für die Organisation der Unterkunft und die perfekte und
sichere Fahrt. Ein Dankeschön auch an die Daheimgebliebenen für die
motivierenden Nachrichten und Wünsche, wobei sich der Besuch beim Leberkäs‘
Pepi leider nicht ausgegangen ist ....